Kulturforum

Die inhaltliche Grundlage der VILLA THIEDE am Großen Wannsee bildet die primäre Zwecksetzung der Dr. Jörg Thiede Stiftung, gemeinnützig. Dabei handelt es sich um die Förderung von Kunst unter interdisziplinären Ansätzen.

Den thematischen Schwerpunkten sind bewusst relativ enge Grenzen gesetzt- letztlich geht es um das Berliner Kunstschaffen um die Jahrhundertwende von 1892 – 1914. Die Epochen der „Vereinigung der XI“ und der „Berliner Secession“ einschließlich der Vertreter der „Neuen Secession“.

Wir sind der Ansicht, dass dieser Schaffenszeit der bildenden Künste in Berlin wenig Ausstellungsmöglichkeiten in dem staatlichen Kunstbetrieb gegeben werden, obwohl hier die Kämpfe zwischen den Vertretern des bereits erstarrten deutschen Impressionismus mit der Jugend des deutschen Expressionismus öffentlich ausgetragen wurden.

Die Erstgenannten waren mit der Weiterentwicklung ihres Kunstschaffens am Ende, beherrschten aber durch den genialen Kunstmakler, Paul Cassirer den Berliner Kunstmarkt. Die Jugend dagegen setzte mit ihrer aggressiven Farbgestaltung revolutionäre Zeichen und ging letztlich als Sieger hervor.

1910 gründete Max Pechstein mit 23 jungen Malern, von Liebermann aus der Berliner Secession vertrieben, die „Neue Secession“ mit expressionistischem Mut und richtet Pfeil und Bogen auf den Präsidenten der Berliner Secession auf dem Plakat zur Eröffnung der ersten Ausstellung.
Villa Thiede

Ich finde es persönlich großartig, dass 1910 Walther Rathenau auf Empfehlung seines Freundes Johann Hamspohn einen Pechstein gekauft hatte und keinen Liebermann, dessen beste Schaffenszeit schon längst vorbei war.

Es gibt von Liebermann eine Zeichnung als junger Maler wo er Anton von Werner, den Vorsitzenden des Vereins Berliner Künstler, als Gipsfigur darstellt und vom Olymp stößt.

 

Die Kunstausstellung befand sich im Obergeschoss der VILLA THIEDE und beinhaltete sieben Salons mit unterschiedlicher Farbgebung, vielen Sichtachsen und das Licht spielt jeden Moment, jeden Tag, jede Jahreszeit ein anderes impressionistisches Spiel.

Seit 2011 gab es über 100 Exponate aus der Thiede Sammlung zu erleben. Eine Besucherin aus der internationalen Kunstszene schrieb ins Gästebuch: „Da haben die Meister ihren Meister gefunden. Auch sammeln muss man können und hier zeigt einer die Meisterschaft darin. So viele gute Namen, gute Bilder und alles zeigt- nur durch die Wahl- einen Duktus.-Chapeau!“

Und nun zum Schluss ein virtueller Sparziergang durch die sieben Salons der Kunstauststellung:

Blauer Salon

 

Mann mit Hut Junge Frau
Adolf Menzel – Mann mit Hut 1885 Anton von Werner – Junge Dame 1884
Carl Saltzmann – Fischerboote Carl Saltzmann – Straße nach Lotefos
Carl Saltzmann – Fischerboote  Carl Saltzmann – Straße nach Lotefos
Carl Saltzmann – Punta Arenas Magellan Straat 1879 Carl Saltzmann – Felslandschaft
Carl Saltzmann – Punta Arenas Magellan
Straat 1879
 Carl Saltzmann – Felslandschaft
Carl Saltzmann – SMY Meteor II und Segelkutter Carl Saltzmann - SMS Prinz Albert 1879
Carl Saltzmann – SMY Meteor II und Segelkutter  Carl Saltzmann – SMS Prinz Albert 1879
Carl Saltzmann – Fischerboot vor  norwegischer Küste Carl Saltzmann – Villa Falconieri 1914
Carl Saltzmann – Fischerboot vor  norwegischer Küste Carl Saltzmann – Villa Falconieri 1914
Carl Saltzmann - Kolberg Sommer 1879
Carl Saltzmann – Kolberg Sommer 1879
Carl Saltzmann – Fischverkauf an der Mole Carl Saltzmann – Klara (Druck)
 Carl Saltzmann – Fischverkauf an der Mole Carl Saltzmann – Klara (Druck)
Herrmann Eschke – Born 1886
Herrmann Eschke – Born 1886 Walter Leistikow – Warnemünde
Julie Wolfthorn – Im Boudoire
Julie Wolfthorn – Im Boudoire

 

Grüner Salon

 

Carl Saltzmann–Kolberg im Winter George Mosson – Graf auf der Niederwildjagd
Carl Saltzmann – Kolberg im Winter George Mosson – Graf auf der Niederwildjagd
George Mosson - Blumen im Spankorb George Mosson – Chrysanthemen in kugliger Vase 1923
George Mosson – Blumen im Spankorb George Mosson – Chrysanthemen in kugliger Vase 1923
George Mosson – Blumen in Porzelanvase 1898 George Mosson - Blumenstrauß 1923
George Mosson – Blumen in Porzelanvase 1898 George Mosson – Blumenstrauß 1923
George Mosson – Stillleben mit Tulpen 1912 Hans Herrmann – Blühende Bäume 1897
George Mosson – Stillleben mit Tulpen 1912 Hans Herrmann – Blühende Bäume 1897
Hans Herrmann – Fische Herrmann Eschke – Alte Eichen Wald 1889
Hans Herrmann – Fische Herrmann Eschke – Alte Eichen Wald 1889
Karl Hagemeister – Windflüchter an der Ostsee Walter Leistikow – Birkenwäldchen 1889 Dauerleihgabe der Familie Leistikow
Karl Hagemeister – Windflüchter an der Ostsee Walter Leistikow – Birkenwäldchen 1889 Dauerleihgabe der Familie Leistikow
Walter Leistikow – Rote Stämme 1904 Dauerleihgabe der Familie Leistikow Walter Leistikow – Grunewaldsee Dauerleihgabe der Familie Leistikow
Walter Leistikow – Rote Stämme 1904 Dauerleihgabe der Familie Leistikow Walter Leistikow – Grunewaldsee Dauerleihgabe der Familie Leistikow
Walter Leistikow – Bäume
Walter Leistikow – Bäume

 

Oranger Salon

 

Carl Saltzmann – Sommertag auf See 1908 Hans Herrmann – Kabeljau
Carl Saltzmann – Sommertag auf See 1908 Hans Herrmann – Kabeljau
Hans Herrmann - Fischmarkt in Amsterdam Hans Herrmann – Blumenmarkt in Amsterdam
Hans Herrmann – Fischmarkt in Amsterdam Hans Herrmann – Blumenmarkt in Amsterdam
Hans Herrmann – Fischverkauf in Amsterdam Konrad Alexander Müller-Kurzwelly Sonnenaufgang am Meer
Hans Herrmann – Fischverkauf in Amsterdam Konrad Alexander Müller-Kurzwelly Sonnenaufgang am Meer

 

Gelber Salon I

Wechselausstellung

 

Gelber Salon II

 

Karl Hagemeister – Angler am Schwielowsee Konrad Alexander Müller-Kurzwelly Windflüchter
Karl Hagemeister – Angler am Schwielowsee Konrad Alexander Müller-Kurzwelly Windflüchter
Karl Hagemeister – Birken im Frühling 1892 Siegward Sprotte – Kosmos I 1997
Karl Hagemeister – Birken im Frühling 1892 Siegward Sprotte – Kosmos I 1997
Lesser Ury – Waldsee Siegward Sprotte – Kosmos II 1997
Lesser Ury – Waldsee Siegward Sprotte – Kosmos II 1997

 

Roter Salon

 

Max Liebermann – Weidelandschaft an der holländischen Küste Salvatore Dali – Elijah 1976
Max Liebermann – Weidelandschaft an der

holländischen Küste

Salvatore Dali – Elijah 1976
Salvatore Dali – Don Chichote et Sancho Panca 1980
Salvatore Dali – Don Chichote et Sancho Panca 1980

 

Gelber Salon III

 

Franz Skarbina – Der gelbe Kahn auf der Spree Ullrich Hübner – Bildnis seiner Mutter
Franz Skarbina –

Der gelbe Kahn auf der Spree

Ullrich Hübner – Bildnis seiner Mutter
Konrad Alexander Müller-Kurzwelly Herbstgold Park Sanssouci Ullrich Hübner – Hafeneinfahrt von Warnemünde 1907
Konrad Alexander Müller-Kurzwelly

Herbstgold Park Sanssouci

Ullrich Hübner – Hafeneinfahrt von Warnemünde 1907
Ullrich Hübner – Dreimaster im Hafen von Travemünde 1908 Ullrich Hübner – Dreimaster im Hafen von Travemünde 1908
Ullrich Hübner – Stadtkanal Potsdam Ullrich Hübner – Dreimaster im Hafen von Travemünde 1908
Ullrich Hübner – Boote auf der Havel Ullrich Hübner – Hafen von  Travemünde
Ullrich Hübner – Boote auf der Havel Ullrich Hübner – Hafen von  Travemünde
Ullrich Hübner – Segelkutter Ullrich Hübner - Schloß Glienicke
Ullrich Hübner – Segelkutter Ullrich Hübner – Schloß Glienicke

 

GEDANKEN DES GÄRTNERS

GEDANKEN DES GÄRTNERS

Der Gärtner der VILLA THIEDE liest im ANTI-MACHIAVEL oder Prüfung der Regeln, deutsche Erstausgabe von 1741, Göttingen. Der Verfasser, Friedrich der Große, war zu dieser Zeit noch Kronprinz in Rheinsberg und konnte die Luft der Mächtigen noch nicht genießen.

Vergleicht man die Thesen von Machiavel mit den Antithesen des Kronprinzen, so stellt man fest: Es war immer so und es wird auch immer so bleiben, nur die Machtlosen, Einfältigen, Romantiker und ähnliche Träumer -wie der Gärtner- glauben an Moral und Gerechtigkeit und kämpfen mit persönlichem Einsatz ihr Leben lang für ein praktikables, demokratisches Gemeinwohl.

Kommt aber eines Tages ein Mensch in seiner jeweiligen Institution an die Macht, handelt er machiavellisch bis hin zur Vernichtung des Gegners und das mit allen Mitteln. Es geht ihm ausschließlich um die Erhaltung seiner Macht, gemäß des Befehls der Mächtigen auf den Schlachtfeldern der Eitelkeit: „Hunde, wollt ihr ewig leben.“ Auch heute handeln Banker, Politiker, Manager, Lobbyisten, Medienmacher und Gehirnlose in den Kafkaschen Schlössern der Bürokratie nach ähnlichen Verhaltensmustern wie in vergangenen Zeiten. Letztlich egoistisch bis hin zur Korruption untersetzt durch mafiöses Handeln Gleichgesinnter.

Fazit: Letztlich beeinflussen lediglich nur zwei Verhaltensmuster in allen gesellschaftlichen Schichten, gestern, heute und morgen – national und international, die Moral des Individuums – die Eitelkeit und die Gier!